Sie ernähren und versorgen die ganze Familie, arbeiten auf den Feldern und tragen schwere Lasten: in Subsahara-Afrika leisten Frauen einen Großteil der Arbeit auf dem Feld und im Haushalt und kümmern sich um das Wohlergehen der ganzen Familie– und sind doch abhängig von ihren Männern. Der Grund: Den Frauen fehlen häufig die Rechte, die Stellung in der Gesellschaft und die eigenen finanziellen Mittel. In Entwicklungsländern leiden sie daher immer noch am stärksten unter Armut und haben weniger Chancen auf Bildung.

Genau hier setzt Nyambe mit ihrer Arbeit an. Seit 2014 arbeitet sie als Frauenbeauftragte für CGL (Parrogate) in Sambia, dem Land der Wasserfälle im südlichen Afrika. Parrogate ist eine Baumwollgesellschaft und zertifizierter Partner von Cotton made in Africa (CmiA). Im Rahmen der Kooperation zwischen CGL und CmiA schult Nyambe Kleinbäuerinnen in betriebs- und landwirtschaftlichen Themen. „Ich besuche die Frauen regelmäßig und schule sie in Themen wie Gleichberechtigung, betriebswirtschaftlichen Grundkenntnissen und kläre sie über Kinderarbeit auf.“ Die meisten von ihnen hatten nicht die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. Sie weiß genau, wie sie die Frauen – die häufig weder lesen noch schreiben können – erreichen kann: Die Mitarbeiterin von CGL nutzt deswegen Bilderbücher, auf denen typische Situationen aus dem Alltag der Frauen abgebildet sind. So kann Nyambe ihnen noch besser erklären und verdeutlichen, wie Frauen eigene Projekte umsetzen und zu Vorbildern für andere werden können. „Wenn die Frauen die Illustrationen sehen, können sie die Perspektive wechseln und verstehen das Thema Gleichberechtigung viel besser.“ Neben diesen Schulungen ist Nyambe Ansprechpartnerin für besondere Projekte – den so genannten Community Kooperationsprojekten, die von der Aid by Trade Foundation gefördert werden. Frauengruppen wird damit ermöglicht eine Anschubfinanzierung für eigene Projekte zu erhalten. „Meine Aufgabe ist es, im Namen der Frauengruppen Anträge zu verfassen und Budgets zu planen. Die Frauen teilen mir ihre Ideen mit, ich betreue ihre Projekte und behalte den Überblick“, sagt die junge Frau.

Die Frauen nehmen aus Nyambes Schulungen eine Menge mit: Sie lernen zertifizierte Baumwolle anzubauen, werden eigenständiger und entwickeln neue Projektideen. Eine Frauengruppe hat Nyambe besonders beeindruckt. Die Frauen, die sie betreut hat, erhielten Startkapital, um ein Bekleidungsgeschäft zu eröffnen. Doch sie machten noch viel mehr daraus: Sie nutzten ihr  betriebswirtschaftliches Wissen und boten nicht nur Kleidung, sondern auch Lebensmittel an. „Es war für mich bewegend zu sehen. Die Frauen zeigten mir, dass sie unabhängig sind und Entscheidungen selbst treffen können, die ihnen und ihrem Geschäft zugute kommen.“

Nyambe kann stolz sein auf ihren Erfolg und auf das, was sie bisher erreichen konnte. „Mein größter Wunsch ist es, mehr Geld für die Frauengruppen zu beschaffen, damit ich ihnen helfen kann, ihr Leben in der Gesellschaft zu verändern. Ich will den Frauen Hoffnung geben, die versuchen, von der Landwirtschaft zu überleben“, sagt sie. „Wenn die Frauen gestärkt werden, hilft das ganzen Familien.“ Trainings und Projektunterstützung, wie Nyambe sie gibt, sind ein zentraler Bestandteil des Cotton made in Africa Programms. Die Initiative ergänzt damit die in den CmiA-Kriterien festgeschriebenen Maßnahmen zur Gleichberechtigung von Frau und Mann.

Die Arbeit der Frauenbeauftragten wird durch eine Spende der Ana Kwa Ana Foundation ko-finanziert. Ana Kwa Ana ist eine von Janina Özen-Otto, Tochter des AbTF-Gründers Prof. Dr. Michael Otto, 2009 gegründete Stiftung (zu Deutsch: Hand in Hand), die sich um afrikanische HIV/Aids-Waisen und Straßenkinder kümmert sowie Frauen in ihren Rechten und ihrer Selbständigkeit stärkt.

 

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