BOTTOM UP: UMWELT- UND SOZIALSTANDARDS IN DER ÄTHIOPISCHEN TEXTILINDUSTRIE VERANKERN

Der Baumwoll- und Textilmarkt ist einer der wichtigsten Wachstumsmärkte für den afrikanischen Kontinent. Eine Reihe aktueller Herausforderungen hemmen jedoch das vorhergesagte Wachstum der Branche und stellen die Reputation infrage, ein nachhaltiger Beschaffungsmarkt zu sein.

#whomademyclothes?

Wurde die Baumwolle künstlich bewässert und hat die Baumwollbäuerin die Chance bekommen aus den Einnahmen der Baumwolle ihre Kinder zur Schule zu schicken? Standen den Arbeitern in der Textilfabrik ausreichend Pausen zu und wurde ausreichend für Feuerschutzmaßnahmen in der Fabrik gesorgt? Viele Konsumenten wissen nicht, woher ihre Kleidung stammt und unter welchen Bedingungen die Baumwolle angebaut und weiter zu Textilien verarbeitet wurde. Daher fällt es schwer zu beurteilen, ob ihre Kleidung sozial- und umweltverträglich produziert wurde.

Um dies zu ändern, hat sich Cotton made in Africa (CmiA) 2019 mit Solidaridad und MVO aus den Niederlanden sowie der dänischen Ethical Trading Initiative zusammengeschlossen und das so genannte Bottom Up-Projekt ins Leben gerufen. Gemeinsam arbeiten wir an einer umweltfreundlicheren und sozialverträglichen Bekleidungsproduktion in Äthiopien, die von der Baumwollpflanze bis zum fertigen T-Shirt zurückvollziehbar ist und so mehr Transparenz über unsere Kleidung schafft.

Welche Herausforderungen für Mensch und Umwelt bestehen in der Textilproduktion?

Erinnern Sie sich an das Feuer in der Tazreen-Fabrik im Jahr 2012 und an die eingestürzte Fabrik Rana Plaza im Jahr 2013? Dabei starben zahlreiche Menschen. Diese Katastrophen zeigen deutlich, wie wichtig es ist für gute und sichere Arbeitsbedingungen zu sorgen. In der folgenden Galerie können Sie sehen und lesen, welche Herausforderungen beim Anbau von Baumwolle und der Produktion von Textilien bestehen können:

  • Anbau des Rohstoffs

In Afrika handelt es sich meist um Kleinbauern, die auf ihrem kleinen Stück Land Baumwollpflanzen anbauen und sich in mühsamer Handarbeit um jeden Schritt des Anbaus bis zur Ernte kümmern. Die Arbeit ist hart und die Bedingungen unsicher. Ohne entsprechende Schulungen werden gefährliche Pestizide ohne Schutz und Wasser ineffizient eingesetzt.

  • Verarbeitung des Rohstoffs

Nach der Ernte wird die Baumwollfaser in den so genannten Entkörnungsfabriken vom Baumwollsamen getrennt. Die entkörnte Baumwolle wird anschließend zu Ballen gepresst. Auch hier sind die Arbeitsbedingungen für die Fabrikarbeiter nicht leicht – Sicherheit und Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz ist nicht gesichert.

  • Vom Rohstoff zum fertigen Stoff

Im nächsten Schritt wird die Baumwolle zu Fäden gesponnen, die dann zu Stoff gewebt oder gestrickt werden. Auch hier trifft man auf unsichere Arbeitsverhältnisse. Frauen stehen keine Beförderungsmöglichkeiten zu, sie sind häufig unterbezahlt oder werden gar sexuell eingeschüchtert.

  • Die Weiterverarbeitung des Stoffes

Die fertigen Stoffe werden gefärbt und gewaschen. Hierfür müssen chemische Mittel eingesetzt werden, die eine Gefahr für die Gesundheit der Textilarbeiter darstellen. Das Wasser fließt meist ungefiltert ab.

  • Vom Stoff bis zum Endprodukt:

Im letzten Schritt wird der Stoff geschnitten, bedruckt und zu fertigen Textilien genäht. Auch dies geschieht alles manuell. Fast immer wird diese Arbeit von Frauen ausgearbeitet. Sie arbeiten meist sehr lange und werden nicht fair entlohnt. Sexuelle Belästigung durch leitende männliche Angestellte ist keine Seltenheit.

VERMEIDUNG von Ausbeutung und Umweltschäden

Cotton made in Africa ist seit Jahren in Subsahara Afrika aktiv, um Kleinbauern in nachhaltigen Anbaumethoden von Baumwolle zu schulen sowie sichere Arbeitsbedingungen in den Entkörnungsfabriken herzustellen. Zu den aktuell 11 Ländern in Afrika südlich der Sahara zählt auch Äthiopien. Modemarken und Textilunternehmen beziehen ihre Kleidung aufgrund der niedrigen Lohnkosten und der niedrigen Steuern zunehmend aus Afrika – so auch aus dem ostafrikanischen Land. Diese Entwicklung ist erst einmal positiv, da durch die Textilbranche Entwicklungspotenziale und Jobs geschaffen werden und mehr Wertschöpfung im eigenen Land gehalten wird.

WISSEN SIE, WAS SIE TRAGEN

Gemeinsam mit unseren Partnern von Bottom Up begleiten wir diese Entwicklung wachsam. Unser Ziel ist es eine nachhaltige Grundlage für Textilien aus Äthiopien zu schaffen, da wir überzeugt sind, dass diese Entwicklung mit fairen Löhnen, sicheren Arbeitsbedingungen und einer umweltfreundlichen Produktion einhergehen muss. Auf diese Weise wollen wir verhindern, dass der rasche Aufstieg der äthiopischen Textilindustrie zu Ausbeutung und Umweltschäden führt. Aus diesem Grund weitet Cotton made in Africa seine Arbeit in Äthiopien in Kooperation mit Partnern seit 2019 weiter aus. Im Rahmen des Bottom Up-Projektes schulen wir gemeinsam mit unseren Partnern Baumwollbauern und Textilarbeiter im Thema Nachhaltigkeit und fördern sichere und faire Arbeitsbedingungen entlang der textilen Wertschöpfungskette. Durch unseren Projektpartner Solidaridad stellen wir auch sicher, dass wichtige lokale Regierungsorganisationen das Projekt durch Lobby-Arbeit und Workshops unterstützen. Ziel ist außerdem, dass internationale Modeunternehmen das Projekt kennenlernen und unterstützen, um den Aufbau einer nachhaltigen Textilindustrie maßgeblich voranzubringen. Mit Modefirmen, die Kunden einen Blick hinter die Kulissen ermöglichen und transparent über Verarbeitung von Textilien berichten, wird es Ihnen als Konsument ermöglicht, Kleidung zu tragen, mit der sie aktiv die Menschen hinter unserer Kleidung unterstützen und den ökologischen Fußabdruck möglichst geringhalten können.

WAS KÖNNEN SIE SELBST TUN?

Möchten Sie auch zu einer nachhaltigen Baumwoll- und Textilindustrie beitragen? Dann achten Sie Nachhaltigkeitssiegel wie das Cotton made in Africa-Label am Produkt, das Baumwollbauern in Afrika unterstützt, und fragen Sie bei Ihrer Lieblingsmarke nach, wie die Produkte hergestellt werden. So können Sie aktiv dazu beitragen, Umwelt- und Sozialstandards in der Textilbranche zu verankern.

ÜBER DAS BOTTOM-UP PROJEKT

Im Rahmen des "Bottom Up"-Projekts arbeitet Cotton made in Africa mit MVO Nederland, der dänischen Ethical Trading Initiative und der niederländischen Organisation Solidaridad zusammen. Gefördert wird das Projekt von der Europäischen Union.

Kontakt

Aid by Trade Foundation

Cotton made in Africa
Gurlittstraße 14
20099 Hamburg
Deutschland

info@abt-foundation.org

Tel.: +49 (0)40 - 2576 - 755 - 0

Fax: +49 (0)40  - 2576 755 - 11

CmiA Repräsentanz Asien | Bangladesch

Mahbub Khan

H#11, R#113/A, Gulshan-2
1212 Dhaka
Bangladesch
Mobil: +88 (0)171 - 312 - 2417
Mail: mahbub.khan@abt-foundation.net

CmiA Koordinator Qualitätssicherung für Zentral- und Westafrika

Younoussa Imorou Ali
younoussa.imorouali@abt-foundation.net
Mob: +229 97 29 34 96 / 94 15 67 67
Skype : yimorouali

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