AbTF verstärkt Dialog mit afrikanischem Einzelhandel

28.01.2014

Junge Ökonomin aus Kenia, Janet Mumassabba, in einem Interview zu Herausforderungen und Chancen für CmiA in Subsahara Afrika.

Mit Janet Mumassabba als neues Teammitglied aus Kenia weitet die Aid by Trade Foundation ihre Aktivitäten in Subsahara Afrika weiter aus. Ihr Einblick in den ostafrikanischen Einzelhandel ermöglicht es der Stiftung die Nachfrage nach Cotton made in Africa (CmiA) Baumwolle auf dem afrikanischen Kontinent weiter zu stärken. In unserem Interview spricht die junge Kenianerin über Chancen und Herausforderungen für CmiA in Subsahara Afrika.

1. CmiA: Frau Mumassabba, was haben Sie gemacht bevor Sie angefangen haben für CmiA zu arbeiten?

Mumassabba: Bevor ich zu Cotton made in Africa gekommen bin habe ich Business Development in Enterprise Development und Management in Kenia studiert. Zurzeit arbeite ich als East African Textile Development Manager für das Netzwerk Inter Region Economic Network (IREN) – ein führender unabhängiger afrikanischer Think Tank, der sich mit dem wirtschaftlichen Potential in Afrika auseinandersetzt.

2.  CmiA: Was ist der Fokus Ihrer Arbeit für Cotton made in Africa?

Mumassabba: Die Hauptaufgabe meiner Arbeit liegt darin, die Nachfrage nach der Marke CmiA im afrikanischen Einzelhandel zu stärken. Um die große Spannbreite an afrikanischen Textilunternehmen zu erreichen und sie über Cotton made in Africa zu informieren, bieten CmiA und IREN Kenya eine Plattform für alle Stakeholder der textilen Kette an. Diese soll Textilunternehmen genauso wie Zulieferer und Produzenten unter dem Dach der IREN-CmiA East Africa “Made in Africa” Marke zusammenbringen. Die Marke “Made in Africa” spricht insbesondere das wachsende Segment der mittelständischen Unternehmen der Region an. Darüber hinaus bietet es eine Plattform für die Textilindustrie, um die Wertschöpfungskette in Ostafrika zu fördern.

3. CmiA: Was sind die Hauptaufgaben in Ihrer Position als East African Textile Development Managerin für CmiA?

Mumassabba: Meine Aufgabe besteht hauptsächlich darin  Textilunternehmen über CmiA. Zu informieren und  sie mir der Textilindustrie zusammenzubringen – mit dem mit dem Ziel sie von den Vorteilen zu überzeugen afrikanische Baumwolle zu beziehen und dadurch die textile Wertschöpfungskette in Afrika zu stärken. Dies wird nicht nur die Lebensstandards der afrikanischen Baumwollbauern verbessern sondern auch dazu beitragen die Wirtschaft afrikanischer Staaten zu stärken.

4. Was denken Sie wird die größte Herausforderung sein dieses Ziel zu erreichen?

Mumassabba: Die größte Herausforderung wird sein, dass die lokale Textilindustrie internationalen Standards erfüllt, die von den afrikanischen Textilunternehmen verlangt werden. Darüber hinaus müssen die politischen Rahmenbedingungen erfüllt werden, um der CmiA Initiative zu ermöglichen zu wachsen.

5. Afrikanische Mode ist ein wachsender Trend in Europa, aber nicht viele Europäer wissen, was aktuell einen „typischen“ afrikanischen Konsumenten auszeichnet. Können Sie uns eine kurze Beschreibung der Hauptcharakteristika geben?   

Mumassabba: Afrikanische Konsumenten unterscheiden sich in keinster Weise von Konsumenten in aller Welt: Ihr Konsum wird von zahlreichen Faktoren, wie Einkommen, Umwelt, persönlichen Charakterzügen als auch traditionellen Gebräuchen beeinflusst. Ein Trend, der auffällt, wenn man über Märkte in Kenya läuft, sind enge Jeans und Chiffon-Blusen. Da die Verbindung zur Familie sehr eng ist, werden mitunter auch Marken bevorzugt, die traditionell von der Familie nachgefragt werden. Wie in vielen anderen afrikanischen Ländern besteht zudem die Pflicht in Kenya Schuluniformen zu tragen, sodass Eltern die Kleidung ihrer Kinder entsprechend offizieller Vorgaben einkaufen.

6. Welche Erfahrungen haben Sie beim Vermarkten von CmiA gesammelt?

Mumassabba: Viele Unternehmen suchen nach einem regionalen Produkt  und nach der Qualitätsmarke der Kontrollbehörde in Kenia – des sogenannten Kenya Bureau of Standards. Ein Blick in den Einzelhandel Kenias verdeutlicht allerdings, dass bis zu 80% aller verkauften Produkte importiert werden. Folglich bietet die lokal produzierte Baumwolle von Cotton made in Africa einen einschneidenden Wandel im afrikanischen Einzelhandel. Wenn Cotton made in Africa mit der textilen Kette Afrikas zusammenarbeitet, ermöglicht CmiA nicht nur eine Verbesserung der Lebensbedingungen der afrikanischen Baumwollkleinbauern sondern trägt auch zum Wachstum der nationalen Ökonomien in Subsahara Afrika bei. CmiA bietet Baumwoll- und Textilproduzenten eine Win-Win-Situation. 

(Das Interview führte C. Bredehorst)

IREN Kenya

Das Inter Region Economic Netzwerk ist ein führender, unabhängiger afrikanischer Think Tank, der die Idee fördert und Strategien entwickelt, um Prosperität in Afrika durch freie Unternehmen und eine öffentliche Ordnung zu generieren. Der Fokus von IREN umfasst Events, Trainings, Recherche, Beratung, Kommunikation und das Magazin: The African Executive, das jeden Mittwoch veröffentlicht wird. Herr James Shikwati, Kurator der Aid by Trade Foundation, hat das Inter Region Economic Network (IREN) als führendes Netzwerk zur Verbesserung der Lebensstandards in Afrika durch freie Unternehmen gegründet.

http://www.irenkenya.com/