Die Ausschlusskriterien: Was Cotton made in Africa nicht akzeptiert

  •  Die nach Cotton made in Africa verifizierten Baumwollgesellschaften müssen ihre Anbauverträge zu mindestens 95% mit Kleinbauern und Kleinbäuerinnen abschließen, d.h. mit Farmern und Farmerinnen, die maximal 20 Hektar mit Baumwolle bewirtschaften. Tatsächlich verfügt die große Mehrheit der Vertragsbauern und Vertragsbäuerinnen über eine Anbaufläche von einem bis drei Hektar für Baumwolle.
  • Die Kleinbauern und Kleinbäuerinnen betreiben ausschließlich Regenfeldanbau, d.h., es findet keine künstliche Bewässerung statt.
  • Die Abholzung von Primärwäldern ist ebenso verboten wie Eingriffe in ausgewiesenen Schutzgebieten.
  • Ausbeuterische Kinderarbeit (gemäß der ILO-Konventionen 138 und 182), Menschenhandel (gemäß UN Palermo Protokoll) und Zwangsarbeit (gemäß ILO Konventionen 29 und 105) sind verboten.
  • Die Versammlungsfreiheit sowie die Möglichkeit zur Mitgliedschaft in Organisationen, welche die Kleinbauern und Kleinbäuerinnen bzw. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Entkörnungsanlagen vertreten, müssen gewährleistet sein; außerdem wird das Recht auf Kollektivverhandlungen (gemäß ILO Konventionen 87 und 98) sichergestellt.
  • Ausgeschlossen ist die Nutzung gentechnisch veränderten Saatguts.
  • Pestizide, die durch die Rotterdamer und Stockholmer Konventionen reguliert sind oder die WHO als extrem oder hochgefährlich einstuft (Klasse Ia und Ib), dürfen nicht verwendet werden. Eine Liste verbotener Pestizide finden Sie hier.
    Schwangeren, Stillenden, Kranken, Minderjährigen und unausgebildeten bzw. unerfahrenen Personen ist die Arbeit mit Pestiziden verboten.
  • Nicht erlaubt sind zudem Pestizide, die zwar eine nationale Zulassung für die Verwendung im Baumwollanbau aufweisen, nicht aber entsprechend internationalen Standards und in mindestens einer Landessprache gekennzeichnet sind.
  • Es muss sichergestellt sein, dass Männer und Frauen für die gleiche Arbeit gleiche Bezahlung erhalten (gemäß ILO Konvention 100, Art. 1).
  • Diskriminierung am Arbeitsplatz ist verboten (gemäß ILO Konvention 111).
  • Geschäftsbeziehungen müssen gemäß den OECD-Richtlinien für multinationale Unternehmen nationalem oder internationalem Recht entsprechen.

Die Nachhaltigkeitskriterien: Was Cotton made in Africa zusätzlich fordert

Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Baumwollproduktion gelten außerdem folgende Kriterien:

  • Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und Schutz der Gewässer: Durch umweltschonende Agrarmethoden, etwa die Bestellung der Felder in Fruchtfolge, werden Boden und Grundwasser geschont und ein Auslaugen der Böden vermieden.
  • Bewusster Umgang mit Pestiziden: Durch regelmäßige Trainings sind die Baumwollbäuerinnen und -bauern über mögliche Gefahren von Pestiziden informiert. Sie werden darin geschult, beim Ausbringen Schutzkleidung zu tragen, geeignete Ausrüstung zu verwenden und die Behälter mit Pflanzenschutzmittel für Kinder unerreichbar aufzubewahren.
  • Kontrollierter und reduzierter Einsatz von Pestiziden: Durch das Schadschwellenprinzip lernen die Baumwollbauern und Baumwollbäuerinnen, Pestizide erst ab einem bestimmten Grad des Schädlingsbefalls zu nutzen.
  • Vorfinanzierung durch Baumwollgesellschaften: Die Baumwollgesellschaften finanzieren bestimmte Betriebsmittel wie Saatgut oder Pestizide für die mit ihnen im Vertragsverhältnis stehenden Kleinbauern und Kleinbäuerinnen vor. Letztere sind vor Vertragsabschluss über die Kosten der Betriebsmittel informiert.
  • Die Baumwollbauern und Baumwollbäuerinnen werden verlässlich und zeitnah bezahlt. Sichergestellt wird außerdem, dass die Bauern und Bäuerinnen in Instanzen vertreten sein können, in denen Baumwollpreise verhandelt werden. So können Bauernvertreter und Bauernvertreterinnen Einfluss auf die Preisgestaltung nehmen.
  • Es herrscht Transparenz bei der Klassifizierung der Baumwollqualität und hinsichtlich des für den Rohstoff bezahlten Preises.

Für Entkörnungsfabriken gelten folgende Kriterien:

  • Festangestellte und Saisonarbeiter und Saisonarbeiterinnen erhalten schriftliche Arbeitsverträge.
  • Es herrschen geregelte Arbeitszeiten. Überstunden werden vollständig und gemäß nationalem Recht entlohnt (vgl. ILO Konvention 1).
  • Das monatlich rechtzeitig und zuverlässig bezahlte Gehalt entspricht jedenfalls dem national festgelegten Mindestlohn oder überschreitet ihn (vgl. ILO Konventionen 26 und 131).
  • Gesundheitsschutz- und Sicherheitsmaßnahmen wie das Tragen von Staubmasken werden von allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen eingehalten (vgl. ILO Konvention 155).
  • Es gibt einen Umweltmanagementplan, um unerwünschte Auswirkungen auf die Umwelt zu reduzieren.

Der CmiA-Organic Standard baut auf bestehenden Anforderungen entsprechend den international anerkannten Richtlinien des biologischen Landbaus auf. Sind diese Anforderungen erfüllt, werden zusätzliche Aspekte auf Ebene des Feldes von Cotton made in Africa überprüft.

Downloads

Willkommen im Downloadbereich: Hier finden Sie umfassendere Informationen zum Cotton made in Africa-Standardsystem:

Der CmiA-Standard
CmiA Standardkriterien Matrix Volume 3.1
CmiA Organic Standardkriterien Matrix 2013
Liste verbotener Pestizide
Positionspapier(e) und andere Dokumente zum Standard
Dirty Dozen – AbTF Positionspapier