Auf ein Lächeln mit … Hariet Muhindo

09.02.2018

Die Umwelt schonen und die eigene Gesundheit schützen, gleichzeitig aber auch die Baumwollernte sichern oder gar die Einnahmen erhöhen – geht das? Diese Frage stellte sich auch Hariet Muhindo, Baumwollbäuerin aus dem Dorf Nyamirangara in Uganda. In den Schulungen, die fester Bestandteil von Cotton made in Africa (CmiA) sind, lernte sie dann, dass es geht – und vor allem, wie.

„Durch die CmiA-Trainings habe ich gelernt, wie man mit weniger Pestiziden auskommt und wie man richtig mit ihnen umgeht,“ berichtet Hariet. Pestizide sind im konventionellen Baumwollanbau meist fester Bestandteil, um die Pflanzen vor Schädlingen zu schützen und damit Ernteausfälle zu vermeiden. Dass deren Einsatz allerdings nicht immer nötig ist, dass es auch alternative Lösungen gibt und was man beim Umgang mit Pestiziden beachten muss, erfahren Kleinbauern wie Hariet Muhindo in sogenannten Farmer Trainings.

Seit sie an CmiA teilnimmt, arbeitet Hariet nach dem Schadschwellenprinzip. Das bedeutet, dass sie den Schädlingsbefall auf ihrem Feld überprüft und nur dann Pestizide auf ihrem Feld ausbringt, wenn die Menge der Schädlinge eine bestimmte Grenze übersteigt. Außerdem wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Schädlingen und Nützlingen – etwas, das Hariet in den Farmer Trainings gelernt hat. Insekten, die natürliche Feinde von Schädlingen sind, werden in der Landwirtschaft als Nützlinge bezeichnet, da sie helfen, die Ernte des Bauern zu schützen. Mit ihrem gelernten Wissen kann Hariet heute viel weniger Pestizide einsetzen, die Nützlinge auf ihrem Feld schützen und damit höhere Ernten erzielen.

Auch über alternative Methoden zum Schutz ihrer Felder hat Hariet in den Farmerschulungen einiges gelernt. So weiß sie heute, welche biologischen Pestizide es gibt und wie man aus verfügbaren Mitteln wie Molasse einfache Schädlingsfallen baut. Solche Alternativen sind für Hariet gleich dreifach wertvoll: Sie sind lokal verfügbar und kosten wenig –so kann sie ihre Ausgaben senken. Sie sind natürlich und schützen sie und ihre Umwelt. Und sie sind effektiv, da sie ihre Ernte schützen. In den Fällen, in denen Hariet Muhindo noch Pestizide verwendet, sind es solche, die gemäß internationaler Konventionen und somit im CmiA Standard geregelt sind. Die Auflagen hierzu sind streng: Es dürfen keine Pestizide eingesetzt werden, die auf den Listen des Rotterdam Protocols und der Stockholm Convention stehen oder von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als extrem oder hochgefährlich eingestuft werden. Ein Verstoß gegen diese Richtlinien führt zum Ausschluss aus dem CmiA-Programm.

Hariet Muhindo weiß um die Gefahren und Auswirkungen bestimmter Pestizide. Um sich und ihre Familie bestens zu schützen, hat sie einiges über den bewussten und gesundheitsschonenden Umgang mit Pestiziden gelernt. So bewahrt sie jetzt beispielsweise Behälter mit Pflanzenschutzmitteln für Kinder unerreichbar auf und entsorgt die leeren Gefäße sachgemäß. „Und ich weiß jetzt, wie wichtig Schutzkleidung ist, wenn ich Pestizide auf meinem Feld einsetze“, fügt sie hinzu. „Ich trage jetzt einen Overall oder ein langärmeliges Shirt, Hosen und eine Gesichtsmaske, sobald ich Pestizide nutze.”

Mit dem Ziel, den Einsatz von gefährlichen Pestiziden auf dem Baumwollfeld kontinuierlich und nachhaltig zu reduzieren, setzt Cotton made in Africa durch Farmer Trainings somit auf Dialog und Sensibilisierung und bietet Kleinbauern eine Reihe an alternativen praktischen Methoden und Lösungen.