Gleichstellungsbeauftragte und Frauenclubs zur Förderung der Frauen in Sambia

07.06.2019

In Subsahara-Afrika steht die Verbesserung der Lebensbedingungen von Kleinbauern im direkten Zusammenhang mit der Förderung von Frauen. Baumwollbäuerinnen erledigen den größten Teil der Arbeit auf dem Feld und zu Hause, haben jedoch häufig nicht die gleichen Rechte und Stellungen wie Männer. Vor diesem Hintergrund setzt sich Cotton made in Africa (CmiA) im Schulterschluss mit lokalen Partnern, den CmiA-zertifizierten Baumwollgesellschaften, für die Rechte der Frau und ihre Position in der Gesellschaft ein. Um Frauen den Schritt in die wirtschaftliche und soziale Unabhängigkeit zu ermöglichen, werden die Gründung von Frauenclubs unterstützt, in einkommensschaffende Projekte für Frauengruppen investieren und Maßnahmen zur Gleichstellung von Mann und Frau in den Baumwollanbaugebieten angestoßen. 

Vor kurzem reiste unsere Kollegin Nina Schöttle, Junior-Projektleiterin für Monitoring und Evaluation bei der Aid by Trade Foundation, nach Sambia, um an Fokusgruppendiskussionen mit Frauenclubs und an einem Workshop für Gleichstellungsbeauftragte in den CmiA zertifizierten Baumwollgesellschaften teilzunehmen. Ziel war es, die Auswirkungen der Frauenförderungsmaßnahmen von CmiA zu überwachen und zu bewerten. Die Fokusgruppendiskussionen wurden mit drei verschiedenen Frauenclubs durchgeführt – dem Tuyandane-Frauenclub in der Region Nampundwe, dem Shakunkuma-Frauenclub in der Region Nampundwe sowie dem Choolwe-Frauenclub in der Region Sinazongwe. Während zwei Clubs in die Aufzucht von Ziegen investieren, investiert eine Gruppe in ein Schneiderprojekt. Alle Gruppen verfügen über eine Verfassung und die Mitglieder haben bestimmte Rollen inne, wie z.B. als Vorsitzende, Sekretärin oder Schatzmeisterin. Sie haben regelmäßige Treffen, in der Regel einmal pro Woche.

Während der Fokusgruppendiskussionen wurden verschiedene Aspekte diskutiert – wie die Aktivitäten der Clubs, die Motivation und die Auswirkungen für einzelne Mitglieder Clubmitglied zu sein sowie kontinuierliche Herausforderungen und Verbesserungsmöglichkeiten für die Frauen. Die Mitglieder kamen zu dem Schluss, dass die Organisation in einer Gruppe und die Unterstützung durch Gleichstellungsbeauftragte den Austausch von Ideen und Wissen erleichtern. Sie bilden sich gegenseitig in unterschiedlichen Fähigkeiten weiter und unterstützen sich auch emotional. Infolgedessen sind sie in der Lage, nicht nur ihr Einkommen zu erhöhen, sondern auch mehr Autonomie und Selbstvertrauen zu gewinnen.

Um Frauenclubs erfolgreich zu gründen und ihre Projekte umzusetzen, spielen in Sambia Gleichstellungsbeauftragte wie Merit Tembo, Violet Mandauka und Nyambe Muchindu eine entscheidende Rolle. Die drei Frauen sind Mitarbeiter der Baumwollgesellschaften Alliance, HTC und CGL. Ihre Training für die Frauen geht weit über das Baumwolltraining hinaus und umfasst auch Themen wie HIV / AIDS und die Gleichstellung der Geschlechter, wirtschaftliche Grundkenntnisse (Finanz- und Haushaltsplanung), Ernährung, Kinderarbeit, Sicherheitsfragen (z. B. nicht während der Schwangerschaft zu sprühen) und nicht zuletzt Geschlechterrollen zu Hause. Darüber hinaus geben sie moralische Unterstützung, wenn die Clubs Schwierigkeiten haben, und praktische Ratschläge für die Durchführung der Aktivitäten. Sie helfen den Clubs, ihre Ideen zu strukturieren und solide Pläne für die Zukunft aufzustellen. 

Bei der Frage danach, wie die Bauern Themen wie die Stellung der Frauen wahrnehmen, konnten Merit, Violet und Nyambe eine signifikante Veränderung seit Beginn ihrer Arbeit feststellen: Sie berichten, dass die Bauern vor einigen Jahren nicht interessiert waren und nichts über das Thema ‚Gender“ lernen wollten. Heute werden die Themen allgemein besser wahr- und angenommen, erzählen die Gender-Beauftragten. Diese Verschiebung ist auch auf eine Veränderung in der Zusammensetzung der kooperierenden Kleinbauern zurückzuführen: Mehr Frauen haben jetzt eigene Verträge mit den Baumwollgesellschaften. Darüber hinaus gibt es mehr weibliche Landwirte, die andere Landwirte in nachhaltigen und effizienten Anbautechniken anleiten. Sie werden auch Lead Farmer genannt. Infolgedessen nimmt eine größere Anzahl von Frauen an Schulungen teil und äußert sich öffentlich, erläutern Merit, Violet und Nyambe. Insgesamt sind rund 16% der CmiA-Bauern Frauen.

Durch die Umsetzung von Maßnahmen zur Stärkung von Frauen trägt CmiA dazu bei, die Rechte und die Position von Frauen in der Gesellschaft zu stärken. Das als Gruppe verdiente Einkommen wird von der Schatzmeisterin einbehalten, und wenn ein bestimmter Betrag erreicht ist, wird das Geld zu gleichen Teilen unter den Mitgliedern verteilt oder reinvestiert, um ihr Geschäft auszubauen, anderen bedürftigen Frauen zu helfen oder Schulgebühren für ihre Kinder zu finanzieren.

Nina Schöttle sagt abschließend: „Ich war zutiefst beeindruckt von den Bäuerinnen in Sambia, die sich selbständig gemacht haben, um finanziell unabhängig zu werden. Ich freue mich, dass wir mit der Förderung von Frauenprojekten Frauen dabei unterstützen können, ihre Geschäftsideen auf den Weg zu bringen. Ich bin beeindruckt von der großen Motivation der Bäuerinnen, ihre eigenen Projekte zum Wohle ihrer Familien zu verwirklichen, und der Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten im ländlichen Sambia, die die Kleinbäuerinnen dabei unterstützen. „

2018 wurden die Gleichstellungsbeauftragten in Sambia von der Ana Kwa Ana Foundation finanziell unterstützt. ‚Ana kwa Ana‘ bedeutet ‚Hand in Hand‘ und ist eine Stiftung für bedürftige Frauen und Kinder, die von Janina Özen-Otto, der Tochter von CmiA-Gründer Prof. Dr. Michael Otto, ins Leben gerufen wurde. Alle Gender-Aktivitäten werden in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Baumwollunternehmen wie Alliance, Highland Cotton Trading und CGL in Sambia durchgeführt.