Frauen stärken – Dörfer beleben

28.06.2021

Im westafrikanischen Land Côte d’Ivoire setzt sich die Baumwollgesellschaft CIDT für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Kleinbauern ein. Sie will die Gesundheit der Menschen fördern, ihnen Zugang zu Bildung ermöglichen und ganz besonders Frauen unter-stützen. Seit 2019 profitiert die CIDT von der Zusammenarbeit mit dem CmiA-Community-Kooperationsprogramm (CCCP).

In der Abteilung für nachhaltige Entwicklung bei CIDT ist eine Frau für die Umsetzung und Überprüfung der CmiA-Kriterien im Unternehmen zuständig: Haissata Kaba ist Leiterin des Bereichs Projekte und Partnerschaften. Sie überwacht zudem die Förderprojekte für die Baumwollbauern und deren Dorfgemeinschaften sowie für Aktivitäten zur Unterstützung von Frauen.

Die Baumwollgesellschaft CIDT will das Leben der Kleinbauern in der Côte d’Ivoire verbessern. Welche Erfolge haben Sie im vergangenen Jahr besonders beeindruckt?

Die Zusammenarbeit mit dem CmiA Community Kooperationsprogramm (CCCP) ist eine große Hilfe. Fantastische Projekte konnten bereits umgesetzt werden: So wurde eine Wasserpumpe im Dorf Todeni (Mankono) gebaut. Die Dorfbewohner, die früher lange für Trinkwasser gehen mussten, haben nun sauberes Wasser direkt in ihrer Nähe. So bleiben sie gesund und können sich besser auf ihre Arbeit und ihre Familie konzentrieren. Im Dorf Nawokaha wird zudem eine ökologische Schule gebaut. Das Besondere daran ist, dass die Schüler neben dem normalen Lehrplan auch in der Landwirtschaft im eigenen Gemüsegarten geschult werden.

Die Corona-Pandemie hat einen erheblichen Einfluss auf unser aller Leben. Wie hat sie das Leben der Bauern und die Arbeit der CIDT verändert?

Die ivorische Regierung führte bereits zu Beginn der Pandemie restriktive Maßnahmen ein, zum Beispiel waren Menschenansammlungen und Reisen in andere Städte verboten. Das beeinflusste die Wirtschaft enorm. Die CIDT musste daher ihre Einsätze auf den Feldern auf ein Minimum reduzieren. Auch die Nachfrage nach Baumwolle für den Export sank stark.

Haissata Kaba

Wurden besondere Schutzmaßnahmen für die Bauern ergriffen?

In den Büros der CIDT gab es Handwaschkits und Desinfektionsmittel, alle Mitarbeiter bekamen Masken. Um die Gesundheit unserer Baumwollbauern und -bäuerinnen zu schützen, hat die AbTF finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt, um Seife, Desinfektionsmittel und Hand-Wasch-Gelegenheiten kaufen zu können. Außerdem stellte sie uns Informationsmaterial zu COVID-19 und den korrekten Schutzmaßnahmen zur Verfügung, so dass die Bauern und Bäuerinnen bei Besuchen der landwirtschaftlichen CIDT-Berater in den Dörfern geschult werden konnten. Dadurch lernten sie die Gefahren von SARS-CoV-2 kennen und konnten sich bei der Arbeit sowie zuhause ihre Familien schützen.

Was sind die größten Herausforderungen für den nachhaltigen Baumwollanbau während der Corona-Pandemie?

Die Anti-Corona-Maßnahmen müssen mit dem nachhaltigen Anbau von Baumwolle in Afrika vereinbart werden. Das ist nicht immer leicht, da die Arbeit auf dem Feld und der wirtschaftliche Handel ein-geschränkt wurden. Wir müssen dennoch Lösungen finden, die die Gesundheit der Menschen schützen und die für alle annehmbar sind.

Wenn Sie in die Zukunft blicken: Wie sollte die Baumwollanbau-Industrie aussehen?

Mein Wunsch wäre es, dass unsere Baumwollbauern und -bäuerinnen zu selbstbewussten und eigenständigen Unternehmern werden, die ihre Felder als Kapital betrachten. Sie sollten ihre Erträge eigenständig prognostizieren und auch Risiken erkennen können. Wenn sie selbst in der Lage sind, ihren Betrieb zu modernisieren und ihre Investitionen rentabel zu machen, können sie ihren eigenen Lebensstandard und den der Dorfgemeinschaft verbessern. Das wäre ein großer Schritt zu einem besseren, selbstbestimmteren Leben.