Interview mit Taslimul Hoque

27.01.2020

„CmiA half uns, das Geschäft zu verbessern“

Taslimul Hoque über die Reinheit afrikanischer Baumwolle, kluge Kundengewinnung und den Einfluss der Verbraucher

Herr Hoque, Sie arbeiten bei Square Textile Ltd., einem vertikal integrierten Textilproduzenten mit Sitz in Bangladesch. Was heißt das und was machen Sie konkret?

Square ist ein vertikal integrierter Textilproduzent mit Sitz in Bangladesch, wir decken also mehrere Stufen der Wertschöpfung ab – von Garnen bis zum fertigen Produkt. Und ich arbeite hier als General Operations Manager und bin für Beschaffung, Produktion, Vertrieb und Logistik verantwortlich.

Sie sind seit 2009 registrierter Partner von CmiA. Was waren Ihre Beweggründe dafür?

Nachdem wir vom Programm erfahren haben, haben wir uns sofort entschlossen, mit CmiA-Baumwolle handeln zu wollen. Unsere Entscheidung beruht auf zwei großen Vorteilen: Mit CmiA-zertifizierter Baumwolle können wir zuverlässig nachhaltige Baumwolle aus Afrika beziehen, wodurch wir unsere Rohstoffquellen diversifizieren. Das CmiA-Programm hat uns außerdem geholfen, Risiken bei Qualität und Lieferung zu reduzieren. Was wiederum dazu führte, dass wir den Einsatz afrikanischer Baumwolle schneller steigern konnten. Wesentlich ist aber auch, dass wir Zugang zu einer Reihe neuer Kunden gewonnen haben, die unsere CmiA-gekennzeichneten Garne kaufen. In aller Kürze: CmiA hat uns geholfen, unser Geschäft auszubauen und zu verbessern.

Sie wurden 2018 mit dem CmiA-Best-Practice-Award ausgezeichnet. Wofür, was war Ihre größte Leistung ?

Unser Geschäftsvolumen ist seit unserer Registrierung bei CmiA kontinuierlich gestiegen. 2018 erreichte unser CmiA-Garn-Absatz einen Jahresumsatz von 1,31 Millionen Kilogramm. Und für 2019 erwarten wir weiteres Wachstum.

Vor welchen Herausforderungen standen Sie bei der Implementierung von CmiA-Baumwolle in Ihrer Produktion?

Bevor wir uns bei CmiA registrierten, waren wir gewohnt, deutlich sauberere Baumwolle zu verarbeiten. Das war anfangs schon anstrengend, die Verunreinigung von Garnen und Geweben bei der Verarbeitung der CmiA-Baumwolle zu reduzieren. Wir haben dann neue Prozesse entwickelt, in neue Maschinen investiert, um das Problem zu lösen und mehr CmiA Baumwolle zu verarbeiten.

Handgepflückte Baumwolle wird oft mit schlechter Qualität und komplizierter Verarbeitung verbunden. Stimmt das?

Bei afrikanischer Baumwolle ist die Verunreinigung relativ hoch. Wir stellen fest, dass unsere Kunden zunehmend empfindlicher auf Faserverschmutzungen reagieren. Von der Baumwollernte über die Entkörnung bis zur Endverarbeitung der Textilien müssen wir daher mehr Anstrengungen unternehmen, um Verunreinigungen zu entfernen.

Sie arbeiten weltweit mit Unternehmen und Marken zusammen. Welche Veränderungen beobachten Sie aktuell bei der Nachfrage nach nachhaltig produzierten Textilien?

Es gibt drei große Veränderungen: Zunächst ein reges Interesse des Einzelhandels an nachhaltigen Rohstoffen. Darüber hinaus eine verkürzte Lieferzeit für den Versand von Kleidungsstücken. Und nicht zuletzt, dass Händler und Marken kontinuierlich ihr Bestellvolumen für Kleidung aus nachhaltigen Baumwollquellen erhöhen.

Was sind die größten Veränderungen, vor denen die Textilindustrie steht?

Die veränderten Vorlieben der Verbraucher haben einen großen Einfluss auf uns alle in der textilen Wertschöpfungskette. Eine größere Achtsamkeit dafür, was wie produziert wurde, verändert den Markt, denn sie beschleunigt die Umsetzung umweltgerechter Prozesse und erhöht die Nachfrage nach nachhaltigen Materialien.