Auf ein Lächeln mit…Justina Fernanda Afonso

14.01.2021

Im Jahr 2019 entwickelten Cotton made in Africa (CmiA) und die Baumwollgesellschaft SAN-JFS ein Recycling-Projekt in Mosambik. Dieses unterstützt Frauen, sogenannte „Eco-Activists“, aus lokalen bäuerlichen Gemeinschaften, die ein Abgabesystem für leere Pestizid-Behälter aus Plastik betreiben, die zum Recycling abgeholt werden. Sowohl die Kleinbauern als auch die „Eco-Activists“ erhalten für retournierte Behälter eine Bonuszahlung von der Baumwollgesellschaft. Innerhalb von zwei Jahren wurden über 160.000 leere Pestizid-Behälter zur Wiederaufarbeitung gesammelt, wovon bis zu 40.000 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern aus den umliegenden Gemeinschaften profitierten. Wir sprachen mit Justina Fernanda Afonso, eine der Eco-Activists, über ihre Arbeit.

Sie sind Eco-Activist. Was ist Ihre Hauptaufgabe?

Meine Hauptaufgabe besteht darin, die Abfälle beziehungsweise leeren Pestizidbehälter aus Kunststoff zu sammeln und diese an die Baumwollgesellschaft SAN-JFS zu liefern.

Es wurde ein Sammelsystem für leere Kunststoff-Pestizidbehälter geschaffen. Wie haben Sie gelernt, mit dem Plastikmüll umzugehen?

Das habe ich bei einer von SAN-JFS durchgeführten Schulungen gelernt, bei der ich zudem erfahren habe, dass eine unsachgemäße Handhabung von Kunststoffabfällen fast irreparable Schäden an unserer Umwelt, vor allem an unserem Boden verursachen kann, da der Abbau von Kunststoff in der Natur mitunter Hunderte von Jahren dauert.

Was erfordert Ihrer Meinung nach besondere Aufmerksamkeit beim Umgang mit den leeren Pestizidbehältern?

Bei dieser Tätigkeit steht vor allem die Sicherheit im Vordergrund. Daher ziehe ich vor der Annahme zunächst meine spezielle Schutzkleidung an (Maske und Handschuhe, die ich für besonders wichtig halte), dann nehme ich den Kunststoffmüll in Empfang und bestätige die Liefermenge. Ich deponiere das Recyclinggut in einem Container, der für Kinder unzugänglich ist. Danach wasche ich mir die Hände mit Seife und Wasser und erfasse im System die Daten, den Namen des Herstellers und die Menge.

Haben Sie eine spezielle Arbeitsausrüstung?

Ja, ich habe eine Capulana (typisches afrikanisches Kleidungsstück) und ein Shirt, das mich als Eco-Activist ausweist, einen Aufbewahrungscontainer sowie Schutzhandschuhe und -masken.

Was hat sich durch das Sammelsystem verbessert?

Früher haben die Leute die Plastikbehälter für ihr Kochsalz genutzt, andere warfen sie in den Fluss oder vergruben sie im Boden, aber nach der Schulung durch SAN-JFS und der Sensibilisierung unserer Gemeinschaft ist die Verbesserung deutlich erkennbar. Denn jetzt sieht man keine weggeworfenen Behälter auf Feldern, in Teichen, Brunnen und Flüssen und in der Umwelt im Allgemeinen mehr.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit am meisten?

Die Annahme der entleerten Kunststoffbehälter macht mir Spaß und ich freue mich, dass die Kleinbauern sie zurückbringen und ich ihnen nicht hinterherlaufen muss. Diese Maßnahme stellt uns als Eco-Activists, wie auch die Baumwollgesellschaft zufrieden und hilft der Umwelt.