Wasser – ein kostbares Gut und in Simbabwe wichtiger denn je!

22.03.2016

Seit 1993 wird jährlich am 22. März der UN-Weltwassertag begangen. Er macht auf die Bedeutung dieser Ressource aufmerksam und will dafür sensibilisieren, dass Wasser ein essentielles Menschenrecht ist. Welche verheeren-den Auswirkungen Wassermangel oder Überflutungen haben, zeigt sich aktuell in vielen Ländern Afrikas. Die durch das Wetterphänomen El Nino hervorgerufenen Dürren oder Überflutungen haben vielerorts die Ernten völlig zerstört. Die Folge ist, dass in Afrika nach Schätzungen 45 Millionen Menschen unmittelbar bedroht sind. Simbabwe hat bereits den Notstand ausgerufen. Umso wichtiger ist es sich für die betroffenen Menschen einzusetzen. Dem hat sich die Aid by Trade Foundation im Schulterschluss mit Partnern, OTTO Österreich, der Welthungerhilfe und der DEG mit Mitteln des Deutschen Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, bereits seit 2015 verschrieben. Gemeinsam setzen sich die Partner für sauberes Trinkwasser und eine entsprechende Sanitärversorgung in den Anbaugebieten der CmiA-Baumwolle im ländlichen Simbabwe ein.

Welche Ziele verfolgt das Projekt

Weltweit haben 780 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. 2,5 Milliarden Menschen verfügen über keine angemessene Sanitärversorgung. Hier setzen die Aid by Trade Foundation mit ihren Partnern an. Ins Leben gerufen wurde das Wasser-und Sanitärprojekt im März 2015 – mit dem Ziel 20 Schulen in der Baumwollanbauregion Gokwe-Süd und den umliegenden Gemeinden Zugang zu sauberem Wasser und hygienischen Sanitäreinrichtungen zu verschaffen. In der Region Gokwe-Süd ist die Bevölkerung überdurchschnittlich stark von einer unzureichenden Was-ser- und Sanitärversorgung betroffen: nur 61 Prozent haben Zugang zu sauberem Wasser. Ausreichende Sanitäranlagen stehen nur 18 Prozent zur Verfügung. Um sicherzustellen, dass die Gemeinden langfristig von der Investition profitieren können, ist die Sensibilisierung und die Befähigung der Bevölkerung selbst Verantwortung übernehmen zu können, ein wichtiger Aspekt. Folglich werden im Projektverlauf 20 Wasser-Komitees gestärkt bzw. etabliert, die für das Management und die Erhaltung der Brunnen zuständig sein werden. Darüber hinaus wird eine Geschlechter-sensitive Sanitärinfrastruktur an 20 Schulen eingerichtet bzw. verbessert werden, und 20 Schul-Gesundheitsclubs werben zukünftig für gutes Gesundheits- und Hygiene-verhalten in den Kommunen.

Warum spielt gerade die Wasser- und Sanitärversorgung eine besondere Rolle

Im Rahmen einer Bestandsanalyse – der so genannten Baseline – in der Projektregion Gokwe-South in Simbabwe wird deutlich, warum es so wichtig ist bei der Wasser- und Sanitärversorgung anzusetzen, um den Menschen vor Ort zu helfen:

• Zwei-Drittel der befragten Haushalte verfügen über weniger als 100 USD/Monat (bei durchschnittlich 6 Personen/Haushalt). Damit leben sie unter der Armutsgrenze.
• 34% der Haushalte sind auf ungeschützte Wasserquellen angewiesen.
• Durchschnittlich werden täglich 1,7 km zurückgelegt, um Wasser zu holen. 10% der Haushalte müssen aber 3 km und mehr zurücklegen.
• Gemessen in Zeit werden durchschnittlich 60 Minuten pro Tag für das Wasserholen aufgewendet. Im ländlichen Afrika sind meist die Mädchen und Frauen dafür zuständig, Wasser für ihre Familien zu holen.
• Unter den befragten Haushalten verfügen 50,3% nicht über Sanitär-anlagen, sondern müssen in den Busch gehen.
• 86,2% der Haushalte haben keine Einrichtung zum Händewaschen.
• Nur 8,5% der Haushalte haben eine Möglichkeit, sich die Hände mit fließendem Wasser zu waschen.
• Die Hälfte der befragten Schulen nutzen ungeschützte Wasserquellen
• Die Schüler müssen in vielen Fällen für den eigenen Bedarf Wasser mitbringen oder in den Pausen Wasser holen.

Laut Vereinte Nationen sind die meisten Krankheiten in Entwicklungsländern auf eine unzureichende Sanitärversorgung sowie den mangelnden Zugang zu sauberem Trinkwasser zurückzuführen. Davon sind insbesondere Kinder unter 5 Jahren betroffen.

Was wurde bislang erreicht

Um sicherzustellen, dass die eingesetzten Gelder dort ankommen, wo sie am nötigsten gebraucht werden, steht das Gespräch mit der lokalen Bevölkerung und eine Auswertung der aktuellen Versorgung an erster Stelle. In-zwischen wurden bereits die in Frage kommenden Dörfer und Schulen identifiziert, und das erste Kick-off Meeting mit Schulleitern und den verantwortlichen Behörden hat stattgefunden. Nachdem die Schulen und Dörfer für das Projekt identifiziert werden konnten, stehen im nächsten Schritt die Schulungen und Kampagnen des Projekts an, die sich an rund 5.000 Schülerinnen und Schüler richten. Sie werden zu „Hygienebotschaftern“ ausgebildet, sodass sie ihr Wissen als Multiplikatoren in ihre Familien weitergeben können. Erst kürzlich fanden die ersten Schulungen statt. Die zu Hygienebotschaftern auserwählten Jugendlichen lernten, welche bedeutende Rolle sie sowohl für die Gemeinschaft als auch das Projekt überneh-men. Darüber hinaus wurde ihnen an praktischen Beispielen gezeigt, wie ein kaputter Brunnen wieder in Stand gesetzt werden kann. Hiervon können bereits einige der vorab identifizierten Schulen und Gemeinden profitieren. Ein paar Eindrücke finden Sie hier.