Weltbauerntag 2013

01.06.2013

Am 01.06.2013 fand zum elften Mal der Weltbauerntag statt. Er wurde von der UNESCO und der UNO ins Leben gerufen, um auf die Bedeutung der Landwirtschaft für die Weltbevölkerung aufmerksam zu machen. Dies möchten wir zum Anlass nehmen den Menschen zu danken, um die es bei unserer Initiative Cotton made in Africa geht — den afrikanischen Baumwollkleinbauern.

Baumwolle wird in West- und Südostafrika von ca. 2,2 Millionen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern angebaut. Insgesamt leben bis zu 15,4 Millionen Menschen in Subsahara Afrika direkt vom Baumwollanbau. Bereits 3 Millionen Menschen profitieren von der Initiative Cotton made in Africa, deren Ziel es ist, die teilnehmenden Kleinbauern durch den Baumwollhandel in die Lage zu versetzen, ihre sozialen, ökonomischen und ökologischen Lebensverhältnisse und die ihrer Familien aus eigener Kraft zu verbessern. Dazu zählt auch Yaya Arouna aus Benin. Er steht stellvertretend für die 435.000 Baumwollkleinbauern, die aktuell in fünf Ländern Subsahara Afrikas Partner von Cotton made in Africa sind.

Yaya Arouna wohnt im Dörfchen Sekrou, das im Nordwesten der westafrikanischen Republik Benin liegt. Seit nun über zehn Jahren baut er Baumwolle an und ist seit der ersten Stunde Partner der Initiative. Die Arbeit auf dem Feld ist kräftezehrend. Sie beginnt mit der Vorbereitung der Felder im April und dauert bis zur Ernte der reifen Kapseln im November und Dezember. Dabei legt Yaya Arouna Wert auf einen schonenden Umgang mit Mensch und Natur und wendet moderne Anbaumethoden an, die ihm durch CmiA vermittelt wurden. Seit er für Cotton made in Africa arbeitet, hat sich einiges verändert: „Meine Erde war müde und ausgelaugt. Doch dank der Initiative habe ich gelernt, die Qualität meines Feldes zu verbessern.“ Durch nachhaltige Anbaumethoden wie den Fruchtwechsel, konnte sich der Boden regenerieren; mit Dung und Hülsenfrüchten reichert Yaya zudem die Böden an. Seine Produktion pro Hektar liegt heute über dem Durchschnitt in der Region. „Ich verdiene mehr als die anderen im Dorf, die nicht bei Cotton made in Africa eingestiegen sind“, sagt Yaya Arouna, der eine Familie mit sieben Kindern ernähren muss. Yaya Arouna lässt die anderen Bauern gern an seinem Wissen teilhaben. Sein Vater, Orou Yaya, der mit seinen 90 Jahren im Dorf als weiser Mann angesehen wird, weiß: „Bildung macht einen Bauern zu einem besseren Bauern. Ich bin nicht zur Schule gegangen, aber ich habe verstanden, dass Schulbildung Fortschritt bedeutet.“ Im Gegensatz zu seinem Vater hat Yaya Arouna acht Jahre lang die Schule besucht und spricht drei Sprachen: seine Muttersprache Yom, das regional verbreitete Dendi und Französisch.

Bildung ist ein zentrales Thema für die Aid by Trade Foundation. Und weil auch die Baumwollbauern im Mittelpunkt der Cotton made in Africa Initiative stehen, investiert die Stiftung gezielt in ihre persönliche Ausbildung sowie in die gesellschaftliche Entwicklung: Mit der Förderung der schulischen Infrastruktur in den ländlichen Regionen, hilft die AbTF zum Beispiel dabei, die Kinder der Baumwollfamilien auszubilden. Alleine in Benin wurden bis Ende 2012 bereits zwei Schulgebäude errichtet, 14 Schulgärten zur besseren Nahrungsmittelversorgung der Schüler angelegt sowie rund 40 Kantinen an Schulen eingerichtet, 300 Stipendien vergeben und 20.000 Schuluniformen verteilt.

Anlässlich des Besuches von Albert Watson in Benin betont Yaya: „Den Fotografen Albert Watson zu treffen, war eine bemerkenswerte Erfahrung für mich. Ich konnte ihm zeigen, dass für mich und meine Familie einiges einfacher geworden ist, seit ich bei Cotton made in Africa dabei bin. [Nicht nur ich sondern auch m]eine sieben Kinder profitieren ebenfalls von der Initiative: Ich bin froh, dass ich sie dank Cotton made in Africa in die Schule schicken kann, damit sie einmal Ärzte oder Ingenieure werden. Herr Watson war sehr interessiert an all dem. Er ist jetzt wie ich Teil der Familie von Cotton made in Africa und hilft uns durch das Fotoprojekt, unsere Arbeit, unser Leben und unsere Baumwolle bekannter zu machen.“