Auf ein Lächeln mit … Thomas Bwambale

01.04.2018

Baumwolle ist eine beliebte Pflanze – nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Insekten. Aber nicht alle Insekten sind auch gut für die Baumwolle. Als Schädlinge können sie ganze Ernten und damit das Einkommen einer Familie bedrohen. Diese Sorge belastet auch Baumwollbauer Thomas Bwambale aus Uganda. Dass jedoch nicht immer giftige Pflanzenschutzmittel notwendig sind, um die kostbare Ernte vor Schädlingen zu schützen, hat Bwambale durch seine Partnerschaft mit Cotton made in Africa und die Teilnahme an landwirtschaftlichen Schulungen gelernt.

Traditionell entscheiden Baumwollbauern in Subsahara-Afrika nach dem Kalender, wann sie ihre Felder spritzen müssen. Das heißt sie sprühen in regelmäßigen zeitlichen Abständen chemische Mittel zum Schutz ihrer Baumwollpflanzen. Sie berücksichtigen dabei nicht, ob der Einsatz der Chemikalie tatsächlich erforderlich ist. Dies geht zu Lasten ihres Geldbeutels, ihrer Gesundheit und ihrer Umwelt.

Ziel des CmiA Standards ist es, die Baumwollbauern darin zu schulen Pestizide wenn nur eingeschränkt und verantwortungsvoll zu nutzen. Gemäß des Schadschwellenprinzips wird anhand der Anzahl der Schädlinge auf den Pflanzen gemessen, ob die Ernte von Schädlingen bedroht ist. Dies ist meist schon durch einfaches stichprobenartiges Zählen der Ungeziefer möglich. Diese Methode wendet auch Thomas Bwambale an: „In den Schulungen wurde mir gezeigt, wie man Schädlinge zählt, sie von Nützlingen unterscheidet und bestimmt, wann es nötig ist, Pestizide einzusetzen.“ Die teils auch in Piktogrammen gemessenen Schadschwellengrenzen geben den Bauern eine einfache Orientierung. Dass diese Sensibilisierung im Umgang mit Pestiziden fruchtet, betont auch Bwambale. „Dank der Trainings weiß ich jetzt, dass Pestizide schlecht sind für die Umwelt und meinen Boden. Ich nutze sie daher nur, wenn der Schädlingsbefall auf meinem Feld besorgniserregend hoch ist“, berichtet der Bauer. „Heute spraye ich nicht mehr regelmäßig, sondern nur, wenn es wirklich sein muss“, so Bwambale weiter. Durch den bewussten Einsatz von Pestiziden können die Kleinbauern viel Geld sparen und zudem die Umwelt, ihre Gesundheit und ihre Böden schonen.

Da der Einsatz von Pestiziden sowohl für die Umwelt als auch die Gesundheit der Bauern ein Risiko darstellt, schließt der Cotton made in Africa Standard die von internationalen Konventionen als gefährlich eingestufte Pestizide strikt aus.1 Schwangeren, Stillenden, Kranken, Minderjährigen und unausgebildeten bzw. unerfahrenen Personen ist zum eigenen Schutz die Arbeit mit Pestiziden ganz verboten. Außerdem lernen die Bauern wie Thomas Bwambale, wie sie sich sachgemäß beim Sprühen schützen können und welche schonenderen, umweltfreundlicheren und nachhaltigeren Alternativen bei der Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden können. Hierzu zählen etwa Biopestizide oder Molasse-Fallen.

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1) Pesticides regulated by the Rotterdam and Stockholm Convention or which the WHO has ranked as extremely or highly hazardous (class Ia and Ib) may not be used. For their own safety, pregnant women, nursing mothers, sick people, children, and untrained and/or inexperienced persons are prohibited from working with pesticides.