Cotton made in Africa spart Wasser und Treibhausgas-Emissionen

16.12.2012

Cotton made in Africa-Baumwolle hat einen deutlich geringeren ökologischen Fußabdruck als konventionell erzeugte Baumwolle. Die nachhaltigen Anbaumethoden der Initiative sparen im Vergleich mit pakistanischer Baumwolle zum Beispiel über 70 Prozent Treibhausgas-Emissionen und rund 18.000 Liter Wasser pro Kilogramm entkörnter (Lint) Baumwolle. Das Beratungsunternehmen Systain hatte im Auftrag der Aid by Trade Foundation eine Studie zum ökologischen Fußabdruck von Cotton made in Africa (CmiA) erstellt.
Der Baumwollanbau bei CmiA wird ausschließlich in Regenfeldanbau betrieben; die Kleinbauern verzichten gänzlich auf künstliche Bewässerung. Daher verhält sich CmiA-Baumwolle mit einem Wert von null Kubikmetern Frischwasser-Wasserverbrauch ökologisch deutlich besser, als konventionelle Baumwolle, die einen Index von fünf Kubikmetern Wasser pro Kilogramm entkörnter Baumwolle aufweist. Bezogen auf die Baumwollmenge, die für ein T-Shirt benötigt wird, spart CmiA bereits durch den nachhaltigen Anbau des Rohstoffs circa 2.000 Liter Wasser. Der Frischwasser-Verbrauch beim Baumwollanbau wird als Wasserstress-gewichteter (stress-weighted water consumption) Verbrauch bestimmt. Das heißt, der Verbrauch in wasserarmen Regionen wird stärker gewichtet als der in wasserreichen Gegenden.
Beim Anbau von CmiA-Baumwolle fallen laut Studie 1,9 Kilogramm Treibhausgas-Emissionen (THG-Emissionen) pro Kilogramm entkörnter Baumwolle an. Konventionelle Baumwolle emittiert mit 4,6 Kilogramm pro Kilogramm Lint 2,4 Mal mehr THG-Emissionen. 70 Prozent der THG-Emissionen bei CmiA stammen aus der Produktion und Nutzung von Düngemitteln. Emissionen durch mechanische Energie bei der Landbearbeitung existieren bei CmiA nicht; bei konventioneller Baumwolle machen sie 34 Prozent des Ausstoßes aus. THG-Emissionen werden in CO2-Äquivalenten gemessen. Die Emissionen umfassen neben CO2 auch N2O und CH4. In Schulungen erlernen die CmiA-Kleinbauern moderne und effiziente Anbaumethoden. Dazu gehören unter anderem der fachgerechte Umgang mit Pestiziden, der effiziente Einsatz von Düngemitteln sowie Maßnahmen zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit. Die Verwendung von Pestiziden, die auf den Listen des Rotterdam Protocols sowie der Stockholm Convention stehen, sowie Pestizide nach WHO Klassifizierung Ia und Ib, ist bei CmiA ausgeschlossen.
Die Messung der THG-Emissionen und des Wasserverbrauchs erfolgte auf der Grundlage des Life Cycle Assessments (Ökobilanz), die auch von der International Standardisation Organisation definiert wurde (ISO 14040:2006). Die Ökobilanz ist eine systematische Analyse der Umweltwirkungen von Produkten, Verfahren oder Dienstleistungen entlang des gesamten Lebenswegs eines Produktes. Dazu gehören sämtliche Umweltwirkungen, die während der Produktion, der Nutzungsphase und der Entsorgung sowie den damit verbundenen vor- und nachgeschalteten Prozessen wie der Herstellung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe entstehen.