Wirtschaft und Bundesregierung als Entwicklungspartner – Bundesminister Dirk Niebel und Dr. Michael Otto bei „Aid by Trade Forum“

15.09.2010

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel nahm heute an einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Unternehmer und Initiator der Aid by Trade Foundation, Dr. Michael Otto, und dem beninischen Landwirtschaftsminister Michel Sogbossi anlässlich des ersten „Aid by Trade Forum“ in Berlin teil.

Dirk Niebel betonte: „Wir brauchen einen starken Privatsektor, der sich in Entwicklungsländern, besonders in Afrika, engagiert. Wenn deutsche Unternehmen sich in Entwicklungsländern sozial- und umweltverträglich engagieren, ist das die beste Entwicklungsarbeit, zu beiderseitigen Nutzen. Gerade Afrika steckt voller Chancen. Die asiatischen Tiger sind nicht mehr alleine, in Zukunft wird man mit den afrikanischen Löwen rechnen müssen.“

Dr. Michael Otto stellte mit „Cotton made in Africa“ ein konkretes Beispiel für unternehmerisch motivierte Entwicklungszusammenarbeit vor: Diese Initiative der Aid by Trade Foundation leistet Hilfe zur Selbsthilfe, indem sie Anbau und Handel nachhaltiger Baumwolle fördert: „Ich habe diese Initiative ins Leben gerufen, um durch wirtschaftliches Handeln, einen Austausch unter Gleichen, das heißt zwischen Baumwollproduzent und Textilunternehmer, zu fördern.“

Die Käufer erhalten nachhaltig produzierte Baumwolle, ohne dafür einen höheren Einkaufspreis zahlen zu müssen. Die afrikanischen Kleinbauern und ihre Familien profitieren im Rahmen von landwirtschaftlichen Schulungen. Ab 2013 wird die Initiative die Produzenten des Rohstoffs durch eine Rückführung erzielter Gewinne direkt und unmittelbar am Erfolg beteiligen. Dies ist einmalig für den textilen Massenmarkt.

Dirk Niebel: „Cotton made in Africa stellt für mich eine innovative Form der Entwicklungszusammenarbeit dar. Die Initiative schafft eine Win-Win-Situation für alle beteiligten Parteien: Einerseits werden im Partnerland adäquate Einkommen gesichert und damit bessere Lebensbedingungen geschaffen, andererseits refinanziert sich das Vorhaben durch den Handel mit der nachhaltig produzierten Baumwolle mittelfristig selbst. Ich begrüße solche unternehmerisch motivierten Initiativen, die in Form eines „Social Business“ Entwicklungszusammenarbeit und wirtschaftliches Denken vereinen.“